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Engineering 10. Dezember 2025 12 Min Lesezeit Volkan Özmen

RAG mit pgvector: Pragmatische Architektur für KMUs

Vector-Search direkt in Postgres. Wann pgvector reicht, wann Qdrant die bessere Wahl ist – und wie eine Migration sauber gelingt.

Code-Editor mit Datenbank- und Backend-Code.

Wenn ein Knowledge Hub gebaut wird, steht früh die Frage nach der Vector-DB. Die ehrliche Antwort für die meisten KMU-Projekte: pgvector reicht. Nicht immer, aber häufiger als die Marketing-Folien spezialisierter Anbieter vermuten lassen.

Was pgvector heute kann

  • ANN-Suche per HNSW oder IVFFlat, ausreichend schnell für Hunderttausende Embeddings.
  • Filter über klassische SQL-Spalten kombinierbar – Mandanten, Rollen, Zeitfenster.
  • Backup, Replikation und Monitoring identisch zu jedem anderen Postgres-Cluster.
  • Keine zweite Infrastruktur zu betreiben, keine zusätzliche Auth-Schicht.

Wann eine spezialisierte Vector-DB lohnt

Sobald Latenzbudgets unter 50 ms pro Query liegen, Hunderte Millionen Vektoren im Spiel sind oder hybride Suche mit feingranularen Re-Ranking-Strategien nötig wird, gewinnt eine dedizierte Lösung. Auch dann gilt: erst bauen, wenn der Bedarf belegt ist – nicht prophylaktisch.

Migration: pgvector → Qdrant

Wenn der Wechsel ansteht, ist die Migration meistens unspektakulär: Embeddings werden batchweise exportiert, in das Zielsystem geladen, der Index wird neu aufgebaut. Wichtig ist die Mapping-Tabelle (Vector-ID → Source-Document) und ein paralleler Cutover, damit keine Anfrage verloren geht.

Worauf es wirklich ankommt

  • Sauberes Chunking: lieber semantisch geschnitten als mechanisch nach Tokens.
  • Embedding-Modell mit klarer Versionierung – Änderungen erfordern Re-Indexing.
  • Quellenverweise in jeder Antwort – ohne sie ist RAG nicht prüfbar.
  • Eval-Set mit echten Fragen, regelmäßig nachgeschärft.

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