Document AI für Rechnungen ist ein Use-Case mit hoher Reife, aber tückischen Grenzen. Wer einfach 'KI auf den Posteingang' wirft, lernt schnell, dass die letzten 5 Prozent Genauigkeit das eigentliche Projekt sind.
Was Document AI heute zuverlässig kann
- Klassifizierung des Dokumenttyps mit hoher Treffgenauigkeit.
- Extraktion strukturierter Felder: Rechnungsnummer, Datum, Beträge, Steuersätze, IBAN.
- Tabellenpositionen mit klaren Spalten – sauberer als manuelles Abtippen.
- Sprach- und Layout-Variationen werden gut abgedeckt.
Wo Regeln das Modell ergänzen
Plausibilitätschecks bleiben Pflicht: Summenkontrolle, Steuersatz-Konsistenz, Lieferantenstamm-Abgleich. Die KI extrahiert, die Regeln validieren – und nur ungültige Fälle landen im Review.
Schnittstellen entscheiden über ROI
Die schönste Extraktion bringt nichts, wenn die Daten danach manuell ins ERP getippt werden. DATEV-Export, ERP-API oder strukturiertes XML sind die Brücke – ohne sie verlagert sich der Aufwand nur.
Was 2026 noch nicht zuverlässig ist
- Stark handschriftliche Belege – hier gewinnt manuelle Erfassung weiter.
- Komplexe Multi-Page-Verträge mit verschachtelten Bedingungen – Review bleibt nötig.
- Steuerlich kritische Sonderfälle – Plausibilität vor Automatisierung.